WIM WENDERS – Landschaften. Photographien.

Der eingebaute Radar für melancholische Szenen

Wim Wenders schuf Filmgeschichte mit Werken wie „Der Himmel über Berlin“. Doch sein filmisches Können ist nur eine Seite seiner kreativen Persönlichkeit. Die andere sehr klare Ausgeburt seines Schaffens ist die Fotografie. Ebenso wie seine Filme sind seine Fotografien bestimmt von weiten, melancholischen manchmal skurillen Szenen, die dem Betrachter die Möglichkeit bieten, den Blick schweifen zu lassen.

„Wenn man viel unterwegs ist,“ schreibt Wim Wenders, „wenn man gern umherstreift, um sich zu verlieren, kann man an den merkwürdigsten Orten landen. Es muss wohl eine Art eingebauter Radar sein, der mich oft in Gegenden führt, die entweder sonderbar ruhig oder auf eine ruhige Art sonder- bar sind.“

Das Museum Kunstpalast in Düsseldorf zeigt nun in einer Retrospektive 80 großformatige analog produzierte Fotografien von ihm. Die frühen Werke sind zumeist schwarz-weiß Fotografien, später jedoch entdeckte er seine Liebe zur Malerei und auch die veränderten Möglichkeiten der Farbfotografie. Er verzichtet bei seinen Werken stets auf den Einsatz von Stativ und künstlichen Belichtungen um diesen einen einzigartigen Moment einzufangen.

Wim Wenders wollte ursprünglich an der Kunstakademie Düsseldorf studieren, 1967 wurde er aber an der gerade gegründeten Hochschule für Fernsehen und Film in München angenommen.

„Was ich mit Macht werden wollte, war Maler. Und wenn mich Bilder wirklich beeindruckt und beeinflusst haben, dann waren das Vermeer und Rembrandt, holländische Landschaftsmaler, später Klee und Kandinsky und Beckmann, noch später Edward Hopper und andere. Als der Filmemacher, der ich dann auf Umwegen geworden bin, und schließlich auch als Photograph, verdanke ich der Geschichte der Malerei unendlich viel mehr als der Filmgeschichte und auch der Photogeschichte. Vielleicht will ich deswegen mit meinen Bildern etwas bewirken, was eigentlich in der Malerei seinen Anfang genommen hat.“ (Aus: Wim Wenders, A Sense of Place. Texte und Interviews, hrsg. von Daniel Bickermann, Frankfurt/Main 2005, S. 88)

Die Ausstellung kann bis zum 16.08.2015 besucht werden.

Mehr Informationen finden Sie hier

Zur Ausstellung erscheint im Schirmer/Mosel Verlag, München, ein Katalog in Deutsch, 354 Seiten, 88 Abb. Mit Beiträgen von Hubertus von Amelunxen, Laura Schmidt, Wim Wenders und Beat Wismer.

Museumsausgabe. 29,80 €

Di, Mi, Fr, Sa, So 11–18 h; Do 11–21 h, Mo geschlossen, Feiertage 11–18 Uhr

12€ Vollzahler, 9,50 € ermäßigt, Gruppenermäßigung ab 10 Personen: 9,50 € p.P. 1 € für Kinder im Alter von 7-17 Jahren (Kinder bis einschl. 6 Jahre freier Eintritt)