Die Verlebendigung der Skulptur

Lens-based sculpture -Die Veränderung der Skulptur durch die Fotografie

 

Im Rahmen der Ausstellung ‚lens based sculpture – Die Veränderung der Skulptur durch die Fotografie‘ werden in vier Hallen der Akademie der Künste Berlin noch bis zum 21. April 2014, 200 Werke von mehr als 70 internationalen Künstlern gezeigt. Fotografie, Skulptur und Videoperformances werden dabei in Kontext gestellt.

 

Lens-based sculptures sind Skulpturen und Installationen die durch die Einbeziehung von Fotografie und Film entstehen, erläutert Herbert Molderings Kurator der Ausstellung. Die Ausstellung geht der Frage nach, wie sich die experimentelle Skulptur durch die Fotografie aus dem statuarischen System löste und sich fotografische Mittel zu eigen machte.

 

Die Ausstellung verfolgt einen Disziplinübergreifenden Ansatz. Die Bildhauer Bogomir Ecker und Raimund Kummer erarbeiteten über Jahre gemeinsam mit den Kunsthistorikern Friedemann Malsch und Herbert Molderings ein innovatives Ausstellungskonzept, dass die Einflussnahme der Fotografie auf die Skulptur aufzeigt. Die Kuratoren nennen sie die ‚fotografisch informierte Skulptur‘, die Mittel der Fotografie nicht nur zur Dokumentation des Werkprozesses benutzt, sondern ebenso die fotografischen Möglichkeiten auf die skulpturale Arbeit anwendet.

 

Als Beispiel dafür wäre etwa der Einfluss der

naturwissenschaftlichen Chronofotografie zu nennen, die es ermöglichte Bewegungsprozesse sichtbar zu machen. In Werken von Umberto Boccionis werden diese eigentlich fotografischen Mittel auf die Skulptur übertragen und erheben somit die Plastik aus ihren vorherigen Möglichkeiten. Das Statuarische wird durch die Darstellung eines realen Bewegungsablaufes verlebendigt. Damit wurde eine völlig neue künstlerische Disziplin erschaffen.

 

 Die Kuratoren bestanden darauf keine Theorien in dieser Ausstellung aufzustellen, da dies den Blick auf die Zusammenhänge verstellt hätte. Ein lebendiges Konzept, das auch dem Betrachter Raum für Imagination und geistige Weiterentwicklung gibt.

Mehr Informationen finden Sie unter:

http://www.adk.de/de/projekte/2014/lens_based_sculpture/index.htm

 

Autorin: Judith Behnk