Kunstschätze des Museumsarchivs Bossard werden nun für die Öffentlichkeit zugänglich

Erstmals soll nun ein Werksverzeichnis Johann Bossards grafisches Werk dokumentieren.

 

Wer die Kunststätte Bossard, bei Jesteburg einmal besucht hat, ist fasziniert von dem Konzept eines Gesamtkunstwerkes. Malerei, Architektur, Skulptur und Gartenkunst verweben sich zu einer Art Traumland, in dem man sich verlieren kann. Die Zeit scheint still zu stehen und je länger man sich in den Anlagen aufhält desto mehr wird man Teil von ihr. Sich von ihr loszureissen fällt schwer, denn der Sog dieses mächtigen Kunstwerkes ist immens. Gemeinsam mit seiner Frau Jutta Bossard-Krull schuf Johann Michael ab 1921 Stück für Stück dieses Gesamtkunstwerk.

Der Nachlass dieses bedeutenden immer noch nicht vollends gewürdigten Künstlers umfasst über 5000 Kunstwerke: Skulpturen, Gemälde, Grafiken, Gemälde und Zeichnungen. Aber nur ein Teil kann vom Kunstinteressierten Besucher in Augenschein genommen werden. Viele Exponate fristen ihr Dasein im Museumsarchiv der Kunststätte Bossard.

Druckgrafische Werke in einer Online-Datenbank nun allen zugänglich

Tina Lebelt, Volontärin der Kunststätte will diesem Zustand nun ein Ende bereiten und nimmt sich nun der Mammutaufgabe an, ein Werksverzeichnis seiner druckgrafischen Werke anzulegen. „Ich wühle mich gerne durch Quellen. Für mich ist die Vertiefung in noch nicht aufgearbeitete Bestände immer etwas Geheimnisvolles“, sagt Tina Lebelt.
Dieses Werkverzeichnis soll allen Interessierten, öffentlich und kostenlos auf einer Online-Datenbank zugänglich sein.

„Die Möglichkeit, jederzeit Einblicke in die Museumsbestände sowie Zugang zu aktuellen Forschungsergebnissen zu geben, ist eines unserer zentralen Anliegen, auch im Sinne einer stärkeren Öffnung des Museums nach außen. Die druckgrafischen Arbeiten Bossards erfreuen sich großer Beliebtheit. Sie sind zum Beispiel in verschiedenen Museumssammlungen vertreten wie etwa im Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg oder im Museum Burg Zug. Dennoch konnten sie bislang nicht für ein umfangreiches Werkverzeichnis erfasst und bearbeitet werden“, sagt Dr. Gudula Mayr, Leiterin der Kunststätte Bossard. „Erst jetzt ist es uns dank der engagierten finanziellen Förderung durch den Freundeskreis der Kunststätte Bossard e.V., durch die EWE-Stiftung, die Stiftung Niedersachsen und zwei private Kunstliebhaber möglich, das Projekt umzusetzen.“

Aufruf an alle Kunstsammler: Wer kann Angaben zu Bossards Druckgrafiken in Privatbesitz machen?

Die Kunsthistorikerin Tina Lebelt hat sich in den vergangenen zwei Jahren durch Archive gearbeitet und somit unzählige Kunstwerke archiviert und dokumentiert. Da sich aber viele Druckgrafiken in privater Hand befinden, benötigt die Kunststätte Bossard die Mithilfe der Sammler von Grafiken Johann Bossards.

„Unser Aufruf dient einer rein wissenschaftlichen Provenienz-Recherche. Wir erhoffen uns Hinweise, zu Fragen, die wir allein auf Basis unserer Quellen nicht ermitteln können. Die Drucke wurden im Zeitraum der 1890er Jahre bis etwa 1930 von Johann Bossard geschaffen und in mehreren Druckereien in Berlin und Hamburg aufgelegt. Vor diesem Hintergrund interessieren uns zum Beispiel auch noch erhaltene Rechnungen oder Kaufbelege von Druckereien. Alle Angaben werden selbstverständlich vertraulich behandelt“, sagt Tina Lebelt.

 

Mehr Informationen finden Sie unter: http://www.bossard.de/248-0-Sammleraufruf.html