Gemeinnützige Kulturvereine Hamburg. © Judith Behnk

Kultur für alle! – Gegen soziale und kulturelle Verarmung

Die Teilhabe am kulturellen Leben ist oft abhängig von finanziellen Mitteln. Viele Hamburger können sich Konzert- oder Ausstellungsbesuche nicht leisten. Zwei gemeinnützige Hamburger Vereine kümmern sich nun um dieses Defizit und vermitteln Freikarten an Geringverdiener und Bedürftige.

 

Mal ein Konzert besuchen oder auf eine Ausstellung gehen. Viele Menschen stellt das vor unüberwindliche Probleme. Die einen, weil sie nicht die finanziellen Mittel besitzen, die anderen weil sie körperlich nicht in der Lage sind alleine am kulturellen Leben in Hamburg teilzunehmen. Arbeitslosigkeit beinhaltet nicht nur, dass einfach kein eigenes Geld verdient wird: Oftmals findet auch eine schleichende Ausgrenzung vom gesellschaftlichen Leben statt, die größer wird, je länger der Zustand anhält. Kino-, Konzert-, Restaurant- oder Museumsbesuche fallen meist ganz weg, da das Geld einfach nicht reicht. Armut darf kein Grund einer sozialen und kulturellen Ausgrenzung sein!

Kultur ist ein Lebensmittel

Ein Verein, der sich vor allem um die Beseitigung dieses kulturellen Mangels kümmert, ist der KulturLeben Hamburg e.V. Sie vermitteln nicht verkaufte Eintrittskarten von vielen Hamburger Kulturveranstaltern kostenlos an Geringverdiener und bedürftige Menschen. Seit 2011 konnten so schon 30.000 Tickets weiterverteilt werden. Gunther Gerlach von der KulturLeben Hamburg betont, dass „Kultur ein Lebensmittel ist. Wenn man ausgeschlossen ist, verarmt oder verhungert man langsam.“

Wer kann sich bei KulturLeben Hamburg e.V. anmelden?

Menschen die über ein geringes Einkommen verfügen. Der Verein orientiert sich dabei an der Armutsgrenze der EU. Die Einkommensgrenze liegt dabei netto bei: 980 Euro für einen 1-Personenhaushalt und bei 1.300 Euro für einen 2-Personenhaushalt. Dazu zählen Menschen, die ALGII, ALGI oder Sozialgelder beziehen, oder Menschen die mit ihrem Job einfach nicht mehr verdienen – auch Freiberufler und Auszubildende gehören dazu. Vorlegen muss man nur seine Lohnabrechnung, Bescheid zum Arbeitslosengeld oder den Einkommenssteuerbescheid. Kurzfristig werden Mitglieder telefonisch über Freikarten informiert. Der Eintritt für Mitglieder der KulturLeben Hamburg ist dann frei, sie müssen sich nur noch an der Abendkasse melden. Wer die Karten allerdings dreimal verfallen lässt, fliegt aus dem Verteiler des Vereins.

Eine gute Tat vollbringen und gleichzeitig freien Eintritt

Ein weiterer Verein, der sich um die kulturelle Nahrung der Hamburger sorgt, ist die Initiative des Hamburger Kulturschlüssels. Sie vermitteln Begleiter und Freikarten für kulturelle Events in Hamburg. Viele, gerade ältere Menschen können oder wollen nicht mehr alleine zu kulturellen Veranstaltungen gehen. Weil es zu zweit mehr Spaß macht, sorgt der Hamburger Kulturschlüssel auch gleich für die passende Gesellschaft. Die Mitglieder werden zu Hause abgeholt, besuchen gemeinsam mit ihrem Begleiter das Konzert oder die Ausstellung und werden später dann auch wieder zurückgebracht. Als Kulturbegleiter macht man nicht nur einem anderen Menschen eine Freude, sondern hat zudem auch noch gleich ebenfalls freien Eintritt zu der jeweiligen Kulturveranstaltung. Na wenn das mal nichts ist.

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