Der Götterhimmel Indiens – Vom selbstlosen Handeln zur Zerstörung des Egos

Die Farbenpracht und Vielfältigkeit des hinduistischen Götterkanons kann man jetzt in einer Sonderausstellung im Museum für Völkerkunde in Hamburg erleben.

Der Hinduismus ist, neben dem Christentum und dem Islam die drittgrößte Religion der Welt. Der Hinduismus ist keine homogene Religion, sondern besteht aus einer Vielzahl von verschiedenen religiösen Strömungen, die weder einer einheitlichen Hierarchie oder Führung unterliegen, noch eine einheitliche Vorstellungen von Göttern, Leben, Tod und Erlösung haben. 330.000 Götter sollen es insgesamt sein, die jeden Aspekt des menschlichen Lebens widerspiegeln.

Die Erlösung vom Karma

Verbindend für alle religiösen Strömungen des Hinduismus ist die Vorstellung von Samsara, einem sich wiederholenden Kreislauf aus Inkarnationen und Karma, welches die Form der Inkarnation bestimmt. Ziel eines jeden Hindus ist das Aufsteigen in eine höhere Kaste im nächsten Leben und letztendlich die Erlösung vom Karma und das Eingehen ins Nirvana, einem Zustand in dem Leidenschaften keine Bedeutung mehr haben. Der Hinduismus durchwirkt auf stärkste den Alltag der Hindus, egal welcher religiösen Richtung sie angehören. Täglich werden Opferungen im Tempel oder auf dem hauseigenen Altar für die Götter dargebracht.

Die Urkräfte allen Seins

Die tausenden verschiedenen Götter sind Aspekte eines Göttlichen, sie stehen für bestimmte Eigenschaften und Qualitäten des Göttlichen oder Naturgewalten. Hinter den unzähligen Göttern, stehen drei Hauptaspekte, aus dem alles andere entstammt oder ihm untergeordnet ist. Brahma (Der Schöpfer), Vishnu (Der Erhalter) und Shiva (Der Zerstörer). Diese drei Aspekte verkörpern die Urkräfte allen Seins und der Natur: Entstehen, Werden und Vergehen.

Einen kleinen Einblick in die Mannigfaltigkeit der hinduistischen Religiosität erhält man noch bis zum 3. November 2013 in der Sonderausstellung, ‚Der Götterhimmel Indiens‘ Kunstwerke aus der Sammlung F. K. Heller im Museum für Völkerkunde Hamburg. Die fast 500 Werke umfassende Sammlung von Kultgegenständen, Götterstatuen und Bildnissen, entstammen der Schenkung des deutschen Kaufmanns Ferdinand Kurt Heller. Erstmals sind diese Exponate nun in einer Ausstellung zu sehen.

 

Religiöse Zusammensetzung in Indien: 80,5 % Hindus, Moslems 13.4 %, Christen 2,3%, Sikhs 1,9%, Buddhisten 0,8%, Jainas 0,4%, Parsen 0,006%, Andere 0,6% (Quelle: Museum für Völkerkunde Hamburg)

Autorin: Judith Behnk

Mehr Informationen und die Öffnungszeiten, sowie die Eintrittspreise finden Sie hier.

 

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